Lagerhaltung und Bestandsmanagement in der Logistik

02.07.2009 Zugriffe: 268

Ihr Man unterbricht mittels der Lagerhaltung den betrieblichen Materialfluss, sodass sich bewusst Bestände bilden. Dafür braucht man ein Lager, in welchem man die Waren aufbewahren kann.Dabei hat die Lagerhaltung unterschiedliche Funktionen. Sofern die Beschaffungsmenge relativ höher sein als die eigentliche Produktionsmenge, so lagert man das überflüssige Material für die Produktion in ein Lager (Ausgleichsfunktion). Das Lager kann daher als Puffer dienen, um die Schwankungen auf dem Einkaufs- und Verkaufsmarkt zu senken. Sowohl die Sortiments- als auch Bereitstellungsfunktionen tragen bei der Lagerhaltung zu einer bestimmten Kontinuität in einem Sortiment bei, sodass die Ausgleichsfunktion aufgrund der Bereitstellungsfunktion ergänzt wird, weil dadurch bei den Teilen eines Sortiments, wo es Diskrepanzen zwischen dem Verkauf und der Beschaffung gibt, überbrückt werden können. Ferner stellt das Lager mit der Sicherungsfunktion die Produktion sicher, sobald man wenige Informationen über den zukünftigen Bedarf an Mengen, Liefer- und Bedarfszeitpunkte in einem Unternehmen hat. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, sobald die Waren beschafft werden müssen, welche von Lieferengpässen bzw. saisonalen Schwankungen geprägt sind.Die Veredelungsfunktion bezeichnet die Produktionsfunktion des Lagers, welche die weiteren Verarbeitungen möglich macht. Diese Veredelungsfunktion kommt dann zustande, sobald die Lagerung eine Veränderung des Produktes hervorruft und gleichzeitig ein Bestandteil des Produktionsprozesses ist (beispielsweise bei Wein, Käse, Whiskey). Es gibt bei der Lagerhaltung verschiedene Lagerverfahren und -strategien. Es gibt zum einen das Fifo-Prinzip (First In – First Out). Hier werden die Güter, welche als Erstes eingelagert worden sind, als Erstes wieder ausgelagert, sodass Ladenhüter vermieden werden. Dieses Fifo-Prinzip ist die gängigste Variante. Zum Anderen verwendet man das Lifo-Prinzip (Last In – First Out), bei welchem die als letztes eingelagerten Vorräte aus einem Lager genommen werden. Normalerweise ist dies unerwünscht, aber dies ist oftmals eine zwangsläufige Konsequenz aus der Konstruktion des Lagers.

Das Bestandsmanagement beinhaltet die Senkung der Bestände im Lager bei der gleichzeitigen Erhaltung bzw. Erhöhung des Lieferservices und der damit verbundenen Zufriedenheit des Kundens in einem Unternehmen. Dabei erfolgt das Bestandsmanagement aufgrund von artikelspezifischen Planungsstrategien in drei Schritten: Bestands-, Bedarf- und Beschaffungsplanung. Bei der Bestandsplanung legt man die notwendigen Bestände fest. Sowohl der Bestellauslösebestand als auch der optimale Sicherheitsbestand wird ermittelt. Außerdem gibt es auch Maximal- und Höchstbestände. Hier darf es aufgrund der Lagerrestriktionen keine Überschreitungen geben. Bei der Bedarfsplanung wird der künftige Bedarf ermittelt. Man differenziert hier zwei Verfahren: verbrauchsgebundene und programmgebundene Bedarfsplanung, dessen Grundlage bestimmte Aufträge von Kunden sind oder auch ein Produktionsprogramm ist. Die verbrauchsgebundene Bedarfsplanung erfolgt anhand eines Prognoseverfahrens, welches mit dem periodisierten Verbrauch in der Vergangenheit abhängig ist. Die Bestellpolitik wird bei der Beschaffungsplanung festgelegt. Die Bestellpolitik ist in Abhängigkeit mit dem jeweiligen Bestellzeitpunkt, weil man hier nach den Merkmalen der Artikel auswählt. Ferner wird die optimale Bestellmenge mit dem passenden optimierenden oder heuristischen Verfahren artikelspezifisch ermittelt. Man fasst bei dem optimierenden Losgrößenverfahren die Bedarfsmengen von mehreren Perioden zu einer Losgröße zusammen. Hier ermittelt man zwischen den Losgrößenfixenkosten und den Lagerhaltungskosten ein Kostenoptimum. Dabei differenzieren sich die verschiedenen Verfahren der Optimierung in der Art des Kostenminimums. Bei der Losgrößenberechnung gibt es folgende optimierende Verfahren: die klassische Losformel, welche man als Andlersche Losgröße oder Harris-Formel bezeichnet und es gibt die dynamische Losgrößenberechnung (beispielsweise nach Heuristiken Groff). Weiterhin wird die statistische Losgrößenermittlung verwendet.

Geschrieben von Conny Adler ( connyadler [at] googlemail.com )





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