Die Cheopspyramide und ihre digitale Wiederauferstehung
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24.07.2007 |
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Der Standort der nach Cheops benannten Pyramide, in Wirklichkeit für den Pharao Khufu erbaut wurde, war überlegt gewählt. Das Kalksteinplateau am Rande der westlichen Wüste bot ein solides geologisches Fundament. Das vorwiegend verwendete Material, libyscher Kalkstein, stand in unmittelbarer Nähe an. Das übrige Baumaterial wurde auf dem Nil transportiert und über eine mehrere hundert Meter lange Straße herangeschafft. Das Baugeschehen, von Herodot wortreich geschildert, auf später entdeckten Bildtafeln veranschaulicht, stellt sich heute etwa so dar: Die Bausaison währte jeweils 120 Tage, vom Beginn einer Nilüberschwemmung bis zu ihrer Beendigung. Die Gesamtbauzeit wird mit zwanzig Jahren angegeben. Die Arbeiter waren in Gruppen von acht bis zehn Mann organisiert, die Gruppen in Abteilungen zusammengeschlossen. Insgesamt sollen 100000 Arbeiter eingesetzt gewesen sein, Fellachen, die ihre Arbeit als Kultdienst verrichteten, Soldaten, Sträflinge und Sklaven. Die Mehrheit von ihnen arbeitete vermutlich in den Steinbrüchen und in den Transportkolonnen.Der Transport der 2,5-t-Blöcke erfolgte in der gleichen Weise, wie es auch heute noch die Arbeiter der ägyptischen Altertümerverwaltung bei Reparaturarbeiten tun. Mittels Hebebäumen wurden die Steine auf einen breiten Holzschlitten gewuchtet und auf hölzernen Gleitbahnen mit Muskelkraft zur Baustelle geschleppt. Auch Rinder und Esel wurden als Zugkräfte eingesetzt. Während man beim Bau der Stufenpyramide von Sakkara mit Sicherheit die schiefe Ebene in Form steinerner Rampen benutzte, um die Blöcke von Stufe zu Stufe in die Höhe zu zerren, berichtete Herodot, dass beim Bau der Cheopspyramide „Hebemaschinen“, also einfache Rollenzüge, eingesetzt wurden, um die Steinquader von Absatz zu Absatz zu hieven. Neuere Forschungen lassen vermuten, dass auch der Schaduf als Hebezeug beim Pyramidenbau Verwendung fand. Die Werkzeuge der Bauleute waren aus Stein, Kupfer und Bronze hergestellt. Zu den wichtigsten Hilfsmitteln der Bauführer zählten Lot und Winkelmaß. Dabei steht es heute außer Zweifel, dass dem Pyramidenbau mehr oder weniger detaillierte Bauzeichnungen zugrunde lagen. Für ein Museum sollen nun die damaligen Bauten und Techniken der Antike visuell am Computer in drei Dimensionen dargestellt werden. Hierfür müssen die Bauten digital, anhand von alten Zeichnungen, Beschreibungen, Bildern und Skizzen, erfasst werden. Unter anderem kommt hier das digitale Aufmaß zum Einsatz. Beim digitalen Aufmaß werden 3D Daten aus einem 2D Bild, unter Einbeziehung der Perspektive, erfasst. So können Gebäude effizient vermessen und dargestellt werden. Für ein digitales Aufmaß kann ein einziges Bild ausreichen, um eine Architektur Visualisierung erstellen zu können.Die damit erstellten Architektur- und Technikvisualisierungen können auf eindrucksvolle Art und Weise die damalige Baukunst wiedergeben.
Geschrieben von Lars Wienke ( autor [at] epromod.de )
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Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 24 July 2007 )
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