Grabsteine im Laufe der Jahrtausende

21.09.2011 Zugriffe: 180

Es gab mal einen Leistungskurs, bei dem die Verantwortlichen römische Grabinschriften als Lehrstoff ausgewählt hatten. Eine wenig berauschende Vorstellung, zumal für die jugendlichen Lateinschüler, denen diese Thematik gelinde gesagt am Allerwertesten vorbei lief.


Vielleicht verständlich. Denn wer möchte als Teenager schon mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert werden!? Und hatte die ewige Stadt nicht Spannenderes zu bieten?

Wobei manches, was da präsentiert wurde, dann doch erstaunlich sinnhaft und modern war:


S.T.T.L ... nein, das war kein Kürzel für eine SMS, da nun auch das fortschrittliche Rom mit Sicherheit weder Handy noch Kurznachricht gekannt hat. „Sid tibbi terra levis!“ Möge die Erde (nur) leicht auf Dir ruhen. Ein Grabspruch, der jeden Leser zugleich zum Schmunzeln bringen wie auch anrühren kann.

Tatsächlich mussten die Schüler erkennen, dass viele Grabsteine der damaligen Zeit mit erstaunlich modernen Botschaften verziert waren: „Die Strafe war das Leben, der Tod dagegen Erlösung!“ Eine Erlösung, die auch heute, nach langer schwerer Krankheit, der ein oder andere im „Bruder Tod“ sehen mag.


„Mors certa, hora incerta!“ Der ist uns sicher und betrifft uns, irgendwann, alle. Denn gegen den Tod gibt es kein Medikament. Was wir nicht kennen, ist die Stunde unseres Todes.

Doch gäbe es nicht den Tod, dann würde auch niemand das Leben schätzen. Das freilich war ein Schweizer, der das einmal gesagt hat.



Geschrieben von Susi BIechner ( s.blechner [at] gmx.de )





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Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 21 September 2011 )
 


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