Vorführungen vergessener Techniken auf Messen und Märkten

07.12.2007 Zugriffe: 808
Die Vorführung von seltenem und altem Handwerk und teilweise schon ausgestorbener Kunst erfreut sich in der heutigen Zeit auf Themenbezogenen Märkten und größeren Verbrauchermessen großer Beliebtheit. Riesige Menschentrauben stehen um den vorführenden Kunsthandwerker und sind an seinen Werkzeugen, der Umsetzung und Historie seines Handwerkes interessiert. Kaum zu glauben, dass da ein Mensch aus einem Holzstück filigrane Skulpturen mit einer beschränkten Zahl an Hilfsmitteln erschafft. Unmöglich, dass aus einem abgerichteten Holzbrett ein negativ und spiegelverkehrt geschnitztes Springerle Model entsteht. Faszinierend, wie ein Glasbläser mit etwas Hitze und der Kraft seiner Lunge kunstvolle Schöpfungen entstehen lässt. Erstaunlich, wie in der kundigen Hand eines Schreiners die verschiedensten nützlichen Kleinmöbel gefertigt werden. Einfach unvergleichlich, wie aus verschiedenen Glasteilen ein ganzes Glasmosaik entsteht.An solchen Reaktionen kann man erkennen, dass dem breiten Teil des Publikums die Bindung zur Herstellung der einzelnen Produkte fehlt. Oftmals wird auch durch billige und massenhaft produzierte Produkte der Mitbewerber aus dem Ausland der Wert der in reiner handwerklicher Fertigung hergestellten Artikel erheblich geschmälert. Viele Käufer entscheiden sich für ein scheinbar ähnliches, jedoch qualitativ nicht gleichwertiges Stück.Auf Kunsthandwerker-Märkten sollte unbedingt auf den Unterschied zwischen eigens produzierendem Kunsthandwerk und fliegenden Händlern mit qualitativ nicht ebenbürtigen Waren geachtet werden. Beim käuflichen Erwerb derartiger Handelsware sollte man auch bedenken, dass viele dieser Produkte in ausgebeuteten Drittländern entstehen und arme Menschen, ja teilweise sogar Kinder unter unwürdigsten Bedingungen an der Herstellung solcher Waren arbeiten müssen. Durch die Anschaffung jedes Stückes wird also zwangsläufig die Billigarbeit gefördert.Bei der Anschaffung eines kunstgewerblichen Artikels sollte man sich also vom Kunsthandwerker oder Künstler selbst eingehend über die Herstellung der Ware und die Herkunft der Materialien beraten lassen. Ein qualitativ einwandfreies Stück deutscher Wertarbeit wird das Herz dauerhaft erfreuen.

Geschrieben von Bernhard Heß ( info [at] dukasi.de )





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Letzte Aktualisierung ( Friday, 07 December 2007 )
 


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