Beschreibung der Illusionsmalerei

23.06.2007 Zugriffe: 1148

Illusionsmalerei

Schon bei Auftragsarbeiten im alten Rom wurde die Perspektive im Kunsthandwerk der Malerei als Stilmittel eingesetzt. Ausgrabungen aus Pompeji beweisen, dass die Grundkenntnisse der perspektivischen Darstellung bereits dort vorhanden waren. So findet man auf Wandmalereien einen so genannten Fluchtpunkt, zum dem alle Linien in die Bildtiefe führen. Das Christentum trug sehr wenig zur Entwicklung der rein dekorativen Wandmalerei bei, da das religiöse Element immer mehr im Vordergrund stand. Erst im 14. Jahrhundert wurde sich wieder mit einer realistischeren Malweise beschäftigt. Damit wurde die Grundlage für die Weiterentwicklung der Illusionsmalerei geschaffen. In dieser Zeit begann eine neue Epoche in der Geschichte der Wandmalerei. Es gibt gestaltete Bilder in der Basilika von Assisi, die Lebenssituationen des Heiligen Franz darstellen – diese sind derartig ausdrucksvoll, dass sie fast lebendig wirken. Diese Malweise wurde im 15. Jahrhundert perfektioniert, mit dem damals herrschenden gotischen Stil konnte gebrochen werden. Es wurde ein raffiniertes Spiel mit Licht und Schatten gestaltet, welches den räumlichen Eindruck nochmals verstärkte. Auf einer zweidimensionalen Fläche entstanden dreidimensionale Bilder – eine große Herausforderung. Einhundert Jahre später zeichnete Mategna ein Bild der Gonzagas auf ihrem Familienbesitz. Man erkennt kleine Prinzen und Putten, die sich deutlich vom Himmel abheben. Dieses Bild wirkt ausgesprochen plastisch. In der gleichen Zeit entstand das so bekannte „Letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci. Hier wurden die Gesetze der Perspektive in großer Perfektion angewendet. Die dargestellten Figuren zeugen zusätzlich von einer künstlerischen Meisterschaft, weil der Betrachter glauben muss, ihnen jede Gefühlregung vom Gesicht ablesen zu können. Zu den unübertroffenen Meisterwerken der Blütezeit der italienischen Malerei im 16. Jahrhundert gehören die Fresken eines Michelangelo oder eines Raffael. 1508 beauftragte der damalige Papst Julius XI. den Künstler Michelangelo mit einem Fresko für die Sixtinische Kapelle, welches die 12 Apostel darstellen sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte dieser sich ausschließlich als Bildhauer betrachtet. Die Aussicht, die ganze Decke der Sixtinischen Kapelle bemalen zu dürfen, beflügelte Michelangelo und er eignete sich die Technik des Freskos an. Das Meisterwerk „Die Erschaffung der Menschheit“ benötigte in seiner Anfertigung 4 Jahre. Auch in der Gegenwart ist die Illusionsmalerei äußerst beliebt. Vielfältige Wanddekorationen zeigen Szenen des Alltags und ländliche Motive. Diese Malereien verbreiten eine friedliche und heitere Stimmung.

 

 

 

 

Geschrieben von Bernhard Heß ( info [at] dukasi.de )





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Letzte Aktualisierung ( Saturday, 23 June 2007 )
 


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