Nussknacker und Räuchermänner im Brauchtum des Erzgebirges

16.09.2007 Zugriffe: 864
Räuchermännchen gehören schon seit langem zum festen Bestandteil des Brauchtums im Erzgebirge. Seit Mitte des 18. ten Jahrhundert kam man auf die Gedanken, für das Räucherkegel Männchen anzufertigen, die so genannten Räuchermänner, die in ihrem Innenraum die Räucherwerk aufnehmen und den durch Verglühen entstehenden Rauch über ein runde Öffnung (Mund) wieder abgeben. Jene Erzgebirgische Volkskunst wird auch noch immer noch von einigen namhaften Kunstgewerbe-Betriebe wie der KWO und Hubrig weitergeführt. Die Produktpalette, die zunächst nur aus Lichterfiguren, den Lichterbogen, bzw. Schwibbogen bestand, wurde mittlerweile immer wieder mit modernen Männchen ergänzt. Neben Krippen, Krippenfiguren, die Erzgebirge Pyramide und Nussknacker, die traditionell zur Weihnachtsdekoration gehören und weit über das Erzgebirge hinaus bekannt sind, werden heute auch neuartige Kantenhocker, Spieldosen und Blumenkinder in Handarbeit gefertigt. Wie zu diesen vergangenen Zeiten, wird auch immer noch jede Figur in Handarbeit gefertigt, geschliffen und mit Farbe versehen. Als Vorlagen für die altertümlichen Männchen dienten die früheren Handwerksberufe. Bergleute und Imker waren besonders beliebte Figuren. Oft orientierte sich Sehr Vieles an den Bergbau. So auch die Lichterbogen oder auch Schwibbogen genannt, die einen Stolleneingang darstellen und wiedergeben, wie die damaligen Bergwerksarbeiter zur letzten Schicht vor Weihnachten ihren Stolleneingang sahen. Der allererste Schwibbogen wurde 1726 aus Eisen in Handarbeit gefertigt. Mittlerweile auch aus Holz.Gemäß dem Brauch stellte damals und tun das auch heute noch fast jede Bergmannsfamilie im Erzgebirge Bergmanns- und Engelsfiguren mit Kerzen ins Fenster. Sie sollen dem heimkehrenden Bergmann mit ihrem Licht den Weg erhellen und ihn nach Hause führen. Je nach Anzahl der aufgestellten Bergmannsfiguren und Engelfiguren kann jedermann erkennen, wie viele weibliche, bzw. männliche Mitglieder zu einer Familie gehören. Die weit bekannten Erzgebirgischen Pyramiden schmückten schon um 1800 zur Adventszeit die Kirchen. Eine Schachtförderanlage, die zu jener Zeit mit Wasserkraft oder Pferdekraft betrieben wurde, diente als Mustervorlage zu ihrer Erstellung. Die Pyramiden selbst werden so gefertigt, dass sie mit der warmen Luft der Kerzen betrieben werden können.Mittlerweile finden sich nicht nur im Erzgebirge kleine Lädchen, in denen Männchen und Nussknacker erstanden werden können. Auf Nikolaus- bzw. Weihnachtsmärkten auch außerhalb vom Erzgebirge, sind immer wieder Verkaufshäuschen vertreten, die diese Erzgebirgische Volkskunst verkaufen. Räuchermännchen und Räuchermänner gehören mittlerweile zum Advent wie der Weihnachtsbaum und sind auch immer ein gern gesehenes Überraschungsgeschenk.

Geschrieben von Manfred Gutacker ( manfred.gutacker [at] freenet.de )





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Letzte Aktualisierung ( Saturday, 29 September 2007 )
 


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