Auch die Hotels können Gegenstand der kanarischen Nachrichten sein.
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Die kanarischen Inseln mit Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, La Palma, La Gomera, Lanzarote und El Hierro sind beliebte Urlaubsziele. Entsprechend steigt der Bedarf an Unterkünften für Urlauber erheblich und es wird gebaut, was das Zeug hält. Dabei gerät die Umwelt oft in den Hintergrund und sogar Gesetze werden einfach mal eben ignoriert. Erst kürzlich wurde der bisher größte Hotel-Skandal auf Lanzarote aufgedeckt: Der Oberste Gerichtshof der Kanaren erklärte über zwanzig vergebene Hotellizenzen für ungültig. Dies berichtet die spanische Zeitung El País. Auf Lanzarote herrscht eigentlich ein Baustopp, gegen den vor allem in den Gemeinden Yaiza und Teguise eklatant verstoßen worden sei. In Jahr 2000 hatten die Verwaltungsbehörden auf Lanzarote entschieden, aus Umweltschutzgründen die Tourismusentwicklung einzuschränken und statt Hotelmassen lieber auf Qualitätstourismus zu setzen. Damit sollte auch ein Ballermann-Tourismus und eine Überflutung der Insel a la Mallorca verhindert werden. Vermutlich ließen sich Lokalpolitiker und Beamte der betroffenen Gemeinden bestechen und vergaben trotz Baustopp die Baugenehmigungen. Auch gegen sie wird jetzt ermittelt. Rund ein Drittel der neu gebauten Luxushotels auf der Insel ist demnach illegal errichtet worden, auch acht der fünfundzwanzig Vier-Sterne-Hotels sind davon betroffen u.a. das Iberostar Papagayo, die Papagayo Arenas und das Fünf-Sterne-Hotel Princesa Yaiza. Um die 270 Millionen Euro sind in die Hotelkomplexe geflossen, die mehrere tausend Betten besitzen. Sogar 36 Millionen an EU-Subventionen sollen in den illegalen Hotels stecken. Weitere Ermittlungsverfahren gegen andere Hotels laufen noch damit sind insgesamt rund 23 Prozent aller Urlaubsunterkünfte betroffen. Wenn das Urteil von der Inselverwaltung ordnungsgemäß vollstreckt wird, müssten die Anlagen zerstört und die Hotels abgerissen werden. Der bisher zerstörten Umwelt wäre dadurch natürlich auch nicht direkt geholfen, aber es müssen Zeichen gesetzt werden, damit in Zukunft kein weiterer "Wild-Bau" auf Lanzarote stattfindet. Dabei dürfe es laut Regierung "keine Amnesie" für die betroffenen Hotels geben. Allerdings seien in minderschweren Fällen Alternativen der Entschädigung mit größerem Privatgrund möglich, der dann zu Umweltschutzzonen ausgewiesen werden würde. Der Präsident des kanarischen Arbeitgeberverbandes, Sebastián Grisaleña, fordert eine Legalisierung und generell mehr Unterstützung für Hoteliers in schwierigen Zeiten. Hier müsse auch an die Arbeitslosenquote und den Immobiliensektor als Wirtschaftsteil gedacht werden. Eine Alternative wäre es, auf Lanzarote Ferienhäuser mehr zu fördern.
Geschrieben von Andreas Mettler ( presse [at] mettlerweb.de )
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