Schulbücher: Kompliziertes Zulassungsverfahren – Weniger Förderung
Schulbücher durchlaufen vor Ihrer Zulassung für den Unterricht ein kompliziertes und zeitaufwändiges Prüfungs- und Auswahlverfahren durch das Kultusministerium bzw. die zuständige Behörde des jeweiligen Bundeslandes. Das hat zur Folge, dass die Inhalte der Schulbücher bei erscheinen teilweise schon wieder veraltet sind. Gerade aktuelle Themen wie technische oder wirtschaftliche Entwicklungen betrifft dies in starkem Maße. Eine Folge dieser Problematik: Statt mit didaktisch durchgeplanten Schulbüchern müssen Lehrer vermehrt auf selbst erstellte Unterrichtsmaterialien zurückgreifen. Aber es gibt noch einen zweiten Grund für die häufige Zettelwirtschaft bei Lehrern. bis Mitte der 90er Jahre wurden Schulbücher noch in großem Maße vom Staat subventioniert, so dass Schüler oftmals die kompletten Lehreinheiten kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen konnten. Dies ist heute nicht mehr so. Gerade in einkommensschwachen Regionen oder Stadtteilen bleibt dem Lehrer für den Unterricht daher oftmals nichts anderes übrig, als auf seinen Zettelkasten zurückzugreifen.
Unterrichtsmaterialien aus der Wirtschaft
Helfen können hier Unterichtsmaterialien, die von Unternehmen wie etwa der Deutschen Post, der Metro oder Siemens kostenlos angeboten werden. Bei vielen Themen, etwa zu Berufswelten oder aktueller Technik, sind Unternehmen auf einem aktuelleren Stand, als es Schulbücher je sein könnten. Dieses Know-how fließt dann in die Lehrmaterialien, die meist von Pädagogen im Unternehmensauftrag erstellt werden, ein.
Onlineportal sorgt für Durchblick
Aber auch bei dieser kostenlosen Form der Unterichtsergänzung lauern Stolpersteine. Für Unternehmen ist das produzieren von Unterrichtsmaterial eine gern genutzte Marketingmaßname. Um sicherzustellen, dass die Lernpakete auch an den Schulen landen, werden diese oftmals in großen Mailings unverlangt versandt. Ein Auffand, der für beide Seiten lästig ist: Schulen stöhnen unter der seit Jahren ansteigenden Flut an unverlangt eingesandter Werbung und Unternehmen produzieren unnötige Kosten. Abhilfe schafft ein kostenloses Online-Portal. Unter www.schule-trifft-wirtschaft.de können Lehrer kostenlose Unterrichtsmaterialien „on demand“ zu bestellen. Mittels Vorauswahl wie Schulstufe oder Altersklassen und Suchworten kann die Datenbank durchsucht werden und per Link direkt Kontakt mit den jeweiligen Unternehmen aufgenommen werden.
Geschrieben von Volker Schwarz ( volker.schwarz [at] schule-trifft-wirtschaft.de )
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