Über die Herkunft und die Geschichte der Matratze.
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Die Matratze gibt es deutlich länger, als man vielleicht annimmt. Schon in der Odyssee wird das Bett von Odysseus wie folgt beschrieben. „und baute das zierliche Bette, welches mit Gold und Silber und Elfenbein geschmückt war; und durchzog es mit Riemen aus purpurfarbener Stierhaut. [..] und leget zum Ruhen wollichte Felle hinein, und prächtige Decken und Mäntel.“ (23. Gesang, V. 180-199) Damit hätten wir einen ersten Beleg einer Matratze aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. Diese Konstruktion aus einem Holzgestell mit Lederriemen, auf das man matratzenähnliche Schlafunterlagen legen konnte, wurde von den Römern noch verfeinert. Hochgesellte Persönlichkeiten leisteten sich Matratzen oder Culcitas gefüllt mit Federn von Gänsen oder Schwänen. Doch warnen die Matratzen auch unter der normalen Bevölkerung sehr weit verbreitet. Das beweist ein Fund in Herculaneum, welches 79 nach dem Vesuvausbruch verschüttet wurde. Dort fand man ihm Haus eines ehemaligen Sklaven eine mit einer Matratze ausgelegte Kinderwiege. Die Matratze gelangte durch die Kreuzzüge im 12. Jahrhundert erneut nach Europa. Die im arabischen Raum üblichen Matratzen wurden von Kreuzrittern an den Hof von Friedrich II. gebracht und verbreiteten sich von dort allmählich. Diese historische Entwicklung kann man noch heute am Wort Matratze erkennen, welches auf das frühitalienische Wort materazzo zurück geht, welches wiederum von arabischen Wort matrah abgeleitet wurde, was Bodenkissen bedeutet. Es dauerte jedoch noch mehrere Jahrhunderte, bevor sich alle Bevölkerungsschichten eine Matratze leisten konnten, die den heutigen bequemen Matratzen sehr nahe kam. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung lösten die vom Sattler hergestellten dreiteiligen Matratzen die Schlafunterlagen aus Schilf, Stroh und Seegras ab.
Geschrieben von Katharina Günther ( k.guenther [at] seosupport.de )
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